„Schritte wagen . . ."

Liebe Kolpingsfamilie,

nach dem vielfachen Herunterfahren des öffentlichen Lebens angesichts

der Corona-Pandemie sind einige Bereiche wieder geöffnet worden –

auf die Sommerferien, den Urlaub hin. Ob in Vollzeit oder in Kurzarbeit, ob Familie oder alleinstehend – alle sind irgendwie erholungsbedürftig. Denn das ungewohnte Leben in einge-grenzten Räumen ist anstrengend. Auch wenn im Sommer ein Urlaubstrip über den Atlantik wahrscheinlich noch nicht möglich ist, so tut ein kürzerer oder längerer Ausflug in unsere nähere oder weitere Umgebung gut.

Schritte wagen im Vertrau‘n auf einen guten Weg. Schritte wagen im Vertrau‘n, dass letztlich ER mich trägt. Schritte wagen, weil im Aufbruch ich nur sehen kann: für mein Leben gibt es einen Plan.“ So lautet ein Lied des Liedermachers Clemens Bittlinger.

Unsere Bibel ist voll von Weggeschichten. So wird Abraham ...

von Gott gerufen, seine Heimat zu verlassen. Viele von uns mussten die vertrauten Lebensgewohnheiten in den letzten Monaten aufgeben. Das Abstandhalten zu Arbeitskollegen, Verwandten und Freunden oder Enkelkindern hat größere Auswirkungen als je gedacht. Abraham wagt Schritte aus seiner gewohnten Umgebung, in ein neues Land. Erst nach vielen Umwegen findet Abraham das Land Kanaan, das ihm verheißen ist. Diesen Weg, dieses Fragen und Suchen, dieses Immer- wieder-Aufbrechen, diese Orientierung an Gottes Willen nennt die Heilige Schrift „Glauben" – die Erfahrung, dass letztlich ER mich trägt. Auf diesem Weg ist Abraham zum „Vater des Glaubens" geworden.

Aufbrüche führen zur Erkenntnis, dass es für mein Leben einen Plan gibt. So ist es gut, dass wir wie Abraham unterwegs sind und noch nicht am Ziel. Wir dürfen im Glauben nicht stehen bleiben. Wir dürfen in einer Lebenssituation nicht steckenbleiben. Der erste Schritt ist der Mut zum Aufbruch. Der zweite Schritt ist die Kraft zum Durchhalten, wenn es schwer wird. Diesen Mut zum zweiten Schritt brauchte Abraham bei seinem Weg ins Unbekannte, geführt vom Vertrauen auf Gott. Diesen Mut zum zweiten Schritt brauchte Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem, brauchten die Jünger nach Ostern, als Jesus nicht mehr so wie früher an ihrer Seite stand. Es gibt immer wieder Anlässe aufzubrechen, neu anzufangen gerade heute in der Zeit von Corona, in denen manche alten Sicherheiten in kürzester Zeit uns genommen wurden.

Deshalb „Schritte wagen im Vertrau‘n auf einen guten Weg. Schritte wagen im Vertrau‘n, dass letztlich ER mich trägt. Schritte wagen, weil im Aufbruch ich nur sehen kann: für mein Leben gibt es einen Plan.“ Oder wie es Adolph Kolping in seinem vertrauenden Optimismus einmal ausgedrückt hat: „Nur mutig vorwärts. Gott wird für die Zukunft sorgen".

Dies wünscht für die Ferien- und Urlaubszeit

Wunibald Reutlinger, Bezirkspräses