Das Paradox unserer Zeit...

Liebe Mitglieder der Kolpingsfamilie!
Meine wunderschöne Zeit in Laupheim geht zu Ende. Ich möchte mich bei Ihnen bedanken für alles, was Sie für mich waren und was Sie getan haben. Bevor ich meine neue Stelle in Gärtringen antrete, freue ich mich, Ihnen noch einmal durch diesen Artikel ,,Das Paradox unserer Zeit’’ zu begegnen. ...


Wir haben hohe Gebäude, aber niedrige Toleranz. Wir haben breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber wir haben weniger, wir machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.
Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.
Wir sprechen zu viel, hören zu wenig zu.
Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.
Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben.
Wir kommen bis zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.
Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns.
Wir machen größere Dinge, aber keine Besseren.
Wir reinigen die Luft, aber verschmutzen die Seelen.
Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.
Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger.
Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht mehr warten.
Also denkt daran!
Mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt.
Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen und nicht mehr bei Euch sein werden.
Schenkt dem Menschen neben Euch eine innige Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet.
Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich" und meint es auch so. Ein Kuss, der von Herzen kommt, kann alles Böse wieder gutmachen.
Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo ihr zusammen seid, denn eines Tages kann dieser Mensch vielleicht nicht mehr neben Euch sein.
Findet Zeit, Euch zu lieben, findet Zeit, miteinander zu sprechen.
Findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt, miteinander zu teilen, denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns des Atems berauben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Kolpingsfamilie für die Zukunft alles Gute.
Sie leisten eine sehr erfolgreiche Arbeit!
Gottes Segen sei mit Ihnen und Ihren Familien alle Tage!

Ihr Pfarrer Justin